Viele Leute hatten Stefan angesprochen, wie Hamburg für Israel funktioniert, wie ist die Organisationsstruktur? Deshalb hier ein kleiner Input dazu!
Viele politisch unterschiedliche Menschen bei Hamburg für Israel organisiert. Wichtig, dass sich Hamburg für Israel immer nur für explizit israelsolidarische Themen engagiert haben. Das ist der gemeinsame Kontext.
Kooperationen mit vielen anderen Vereinen, Gesellschaften, Stiftungen: Konrad Adenauer Stiftung, Jüdische Gemeinde Hamburg, Mideast Freedom Forum, Sportvereine, Schwul-Lesbische-Filmtag, etc.
Bis vor Kurzem hauptsächlich aktivistisch ausgerichtet. Gegenpol dazu seit neuerer Zeit: interne Veranstaltungen. Einladen von Referenten zur Koordinierung und Networking.
Verein gegründet, um etwas Offizielles zu haben, wenn man an andere Organisationen herantritt.
Hamburg für Israel würde (fast) alle Vereine / Initiativen besuchen, die etwas zu Israel machen wollen. Gut ist es da aufzutauchen, wo es nicht erwartet wird – Überraschungseffekt!
Alle zur Verfügung stehenden Mittel sind private Gelder.
Hamburg für Israel könnte als Beispiel für andere Städte dienen.
Die israelische Öffentlichkeit hat erkannt, dass man sich in einem neuen Kampf befindet, dass die Situation sehr ernst ist.
Delegitimierung von Israel; das Wort alleine taucht zumeist im Zusammenhang mit Israel auf – Bsp. Google
► Seit ca. zwei Jahren versucht man eine eigene Kampagne zu starten, um den Konflikt besser zu erklären, damit die Welt Israels Lage besser versteht.
Wenn man für Israel einsteht, ist man immer schnell in der Situation sich rechtfertigen zu müssen, sieht sich in der Defensive. Rechte und Linke können sich immer schnell darauf verständigen, dass Israel „böse“ ist.
Der Graben zwischen der Realität, wie Israel ist, und wie es dargestellt wird, ist so groß ► Motivation von Gili Brenner, dies zu ändern.
Der neue Antisemitismus meint nichts gegen den einzelnen Juden zu sagen, aber dass der Staat Israel das „Böse“ an sich sei. Israel ist der Jude unter den Staaten geworden. Hier geht es nicht um die Kritisierung der israelischen Politik, sondern zumeist um die Delegitimierung von Israel.
Gili Brenner will zeigen, wann Kritik an Israel antisemitisch wird. Für heutige Israelis ist Antisemitismus schwer zu verstehen. Der Antisemitismus der Vergangenheit, die Verfolgung der Juden in Europa, der Holocaust hat gefühlsmäßig wenig bis gar nichts mit den heutigen Israelis zu tun. Doch wenn man länger in Europa ist, ist man mit neuen Antisemitismus konfrontiert.
Gili Brenner hat vor einem Jahr Stand with Us, UK gegründet. London ist ein Ort in dem der neue Antisemitismus sehr stark verbreitet ist. An den Universitäten, Boykottbewegung.
Die Herausforderung bei der Aufklärung ist die Verbreitung der Information. Gili fokussiert die Universitäten; erschreckend, wie wenig eigentlich gut gebildete Studenten von guten Universitäten über Israel und den Nahost-Konflikt wissen. Auf den verschiedenen Campusses sind arabische, palästinensische Gesellschaften verbreitet; jüdische Gesellschaften konzentrierten sich weniger auf Israelsolidarität. Häufig werden antisemitische Redner, die sich antizionistische geben, eingeladen. Hier ist ein neues Phänomen entstanden, von bei dem viele noch nicht wissen, wie damit umzugehen ist. Deshalb hat Stand with Us seine Arbeit aufgenommen!
Bei den britischen Studenten herrscht sehr viel Ignoranz gepaart mit Arroganz gegenüber der Realität in Israel und in der Israel sich befindet vor.
Aber man muss auch die NGO erreichen: Oxfam, Amnesty International, etc.
Drei D (Nathan Sharanski)
Delegitimierung, Dämonisierung, doppelte Standart
Delegitimierung:
Delegitimierung des Staates, seine Existenz; es geht nicht darum, die Politik zu kritisieren. Nur Israels Existenzrecht wird diskutiert, hinterfragt, nie die Existenz anderer Staaten.
Dämonisierung:
Das führt direkt zum „alten“ Antisemitismus zurück. Dämon, Teufel, Nazis, Faschisten, Apartheid, etc. Es ist sehr irrational, aber sehr mächtig.
Israel Gegner geben sich liberal, ziehen die Menschenrechte, Demokratie heran, etc. Gerade das macht sie zu schwierigen Gegnern.
Doppelte Standards:
Der Fokus ist auf Israel gerichtet; man konzentriert sich nur auf (vermeintliche) Missstände in Israel. Missstände in anderen Ländern spielen keine Rolle.
Insbesondere von der UN werden Israel gegenüber doppelte Standards vertreten.